Der Winter will noch nicht so richtig in die Gänge kommen und auch in den Bergen ist Schnee eher Mangelware. Aber auf eine ordentliche Weitfahrt haben wir trotzdem Lust und beobachten die Wetterprognosen sehr genau. Für das Wochenende vom 12./13. Dezember 2015 ist Westwind angesagt, bei praktisch wolkenlosem Himmel. So entscheiden wir, den Sonntag für eine etwas ausgedehntere Ballonfahrt zu nutzen - ein Katzensprung.

Am Samstag Abend zeigten die verschiedenen Wettermodelle ein relativ einheitliches Bild für Sonntag. Im Mittelland soll es mal wieder verbreitet Nebel geben mit einer Obergrenze von etwa 600m, darüber kaum eine Wolke. In den unteren Schichten, bis ca. 2'000 m ü. M. am Morgen noch zügiger Westwind, der im Laufe des Tages immer mehr nachlassen wird. Darüber eher schwachwindig und aus Richtung Nordwest. Unser Plan: mit dem tieferen Wind möglichst rasch südlich am komplizierten Luftraum des Flughafens Zürich vorbei und dann mal schauen was noch drin liegt.

Soviel vorweg: Es lag mehr drin, als wir uns ausgerechnet hatten. Die einfachste und gemütlichste Weitfahrt, die wir bisher überhaupt gemacht haben.

Am Sonntag um 05:30h klingelte der Wecker. Sehr früh, für eine Ballonfahrt im Winter... Um 07:00h war unser Team komplett und mit dem Auto ging es weiter zu unserem Startplatz. Aufgrund der Windmesswerte haben wir uns für einen Start im Luzerner Hinterland entschieden, was sich als genau richtig heraus stellte.

Um 08:30h hob unser HB-QTS mit 2 Piloten, 6 Flaschen Gas und gemütlich eingerichtet ab. Fast gleichzeitig ging hinter den Bergen die Sonne auf und begleitete unsere Fahrt bis zur Landung. Im Süden ein paar Hohe Schleierwolken und über den Seen des Mittellandes ein paar flache Nebelfelder, die sich schon am auflösen waren. Schnell nahm unser Ballon Fahrt auf und bewegte sich mit 40km/h in Richtung Zugersee. Perfekt, dass passte sehr gut.

Schon bald lag der Zürichsee für uns, dann das Toggenburg und das Appenzellerland. Die Richtung blieb wie angenagelt bei Fahrtrichtung 70° und das Tempo bei gut 40km/h. Kaum höher als die Hügelzüge links und rechts von uns, flitzen wir über die Landschaft. An der Bodenseeecke bei Bregenz angekommen, liessen wir unsere Sebio-Katze ins Rheintal absinken und die Fahrtrichtung drehte gegen Norden. Mittlerweile waren vor uns zwei Ballone unterwegs, die uns den Weg in Richtung Allgäu anzeigten. Nördlich von uns wurden wir von Urs Frieden mit seinem Ballon begleitet, der schon seit dem Toggenburg parallel zu uns unterwegs war und uns nun, da wir langsamer waren, überholte. Mit knapp 20 km/h fuhren wir auf den Bodensee hinaus, wo wir wieder in den schnellern Südwestwind aufstiegen.

Weiter ging es auf 1400 m ü. M. über den Pfänder und Oberstaufen nach Kempten. Das Tempo lag seit dem Bodensee noch bei etwa 35 km/h, schien aber nicht weiter abzunehmen, was wir aufgrund der Wettermodelle erwartet hätten. So liessen wir es einfach fahren und stellten dann fest, dass es wieder schneller wurde, je tiefer wir den Ballon sinken liessen.

Mittlerweile hatten wir uns auf ein Ziel für unsere Fahrt festgelegt: Wir wollten mindestens 200 km weit fahren und dann einen Landeplatz suchen. Südlich von Marktoberdorf, war dieses Ziel erreicht und weil es nun plötzlich ziemlich bockig wurde (kein Wunder bei über 40 km/h nur 200 m über den Bäumen...), entschieden wir uns kurz vor 15:00h zu landen, obwohl wir erst etwas mehr als die Hälfte von unserem Gasvorrat aufgebraucht hatten.

Bei Wald im Ostallgäu gelang, vor den Augen etlicher Spaziergänger, eine perfekte Reissbahnlandung auf einer wunderschönen, sauberen Wiese. Nach der Landung wurden wir sogleich von den Einheimischen begrüsst und, nachdem sie uns tatkräftig geholfen haben unser Material zu verpacken, auch noch mit "Büble Bier" versorgt. Uns gefallen einfach Land und Leute im Allgäu, deshalb zieht es uns auch immer wieder dahin.

6:15h in der Luft, 206km zurückgelegt und kaum am Boden, standen unsere Verfolger auch schon auf der Wiese. Nachdem der Ballon wieder im Anhänger verstaut war, nahmen wir dann auch schon den langen Rückweg unter die Räder (blaue Linie auf der Karte), legten noch einen Zwischenstopp für ein gutes Nachtessen ein und waren am späteren Abend wieder zu Hause. Müde und zufrieden, mit schönen Erinnerungen an eine unvergessliche Ballonfahrt.

Danke Stefu fürs Mitfahren im Ballon, alleine wäre es langweilig... Danke an Isabelle und Oli, unsere beiden Nachfahrer, die sofort für dieses Abenteuer zugesagt und ihre Aufgabe perfekt gelöst haben. Ohne unsere treuen Helfer könnten wir überhaupt nicht Ballon fahren... Danke an die Firma Sebio für den wunderbaren Ballon, der uns soweit getragen hat... Nicht zum ersten mal übrigens und wir werden es wieder tun... :-)

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