Schon Anfang Jahr haben wir uns den 25./26. April 2013 in der Agenda angestrichen und mit "Nachtfahrt" vermerkt. In dieser Vollmondnacht war auch noch eine Mondfinsternis angesagt und diese wollten wir aus der Luft sehen. Wir heisst in diesem Fall: die Piloten Benj Senn und Stefan Wälchli. Als das Datum dann immer näher kam und sich endlich auch einmal gutes Ballonwetter abzeichnete, machten wir uns an die Detailplanung. Das Abenteuer "Nachtfahrt" konnte beginnen.

Mondfinsternis?

Zuerst kurz etwas zum Thema Mondfinsternis... das ist ja ein mehrsilbiges Wort. Den Mond haben wir sehr gut gesehen, die Finsternis dann eher weniger. Der Mond hatte zeitweise einen leichten Schatten, aber das war's dann auch schon. 2% Abdeckung sollen es gewesen sein.

Startvorbereitungen

Schon Tage vor dem Start haben wir damit begonnen, das Wetter und vor allem die Windverhältnisse sehr genau zu studieren. Es ist immer wieder erstaunlich, wie genau heute solche Berechnungen durchgeführt werden können. Eine der ermittelten Fahrtvarianten zeigte nach 12h Fahrt eine Landung am südliche Ende des Starnbergersees. Heute wissen wir: Das war ein Volltreffer.

Nebst dem Wetter galt es aber auch eine Menge an Material zu organisieren, das für eine gewöhnliche Ballonfahrt nicht benötigt wird. Nachtbeleuchtungen, Navigationsgeräte, Kartenmaterial, Verpflegung, Schlafsäcke, Ausrüstungen für die Bodenmannschaft, und, und, und... Alles in allem ein ganzer Bus voller Kisten und Taschen. Wichtig war uns, dass wir gut organisiert und gemütlich eingerichtet starten konnten. In der Dunkelheit muss alles passen.

Es geht los

Um 20:55 Uhr, 10 min vor dem offiziellen Beginn der Nacht, löste sich unser HB-QTS "Felix" auf dem Hornusserplatz in Langenthal vom Boden und stieg langsam in die anbrechende Nacht. Danke allen Helfern, die uns beim Start zur Hand gegangen sind oder einfach ihr Glückwünsche für die Fahrt überbracht haben. An dieser Stelle auch gleich ein riesiges Dankeschön an unsere beiden Verfolger Jürg und Raphi. So in eine Vollmondnacht zu starten ist wunderbar.

Langsam stiegen wir auf und suchten den vorhergesagten Südwind, um möglichst weit nach Norden zu kommen. Gefunden haben wir diesen auf etwa 1400 m. Langsam zwar, aber in die richtige Richtung. Unser Plan: Zuerst relativ tief bis an den Rhein nordwärts fahren und dann in den zunehmenden SW-Wind aufsteigen und uns nach Bayern treiben lassen. Im Flugplan hatten wir vorerst Augsburg als Ziel angegeben.

Bald nach dem Start wurden wir am Funk von unserem Kollegen Kurt Frieden aufgerufen. Kurt war mit seinem Gasballon etwa eine Stunde vor uns in Zurzach gestartet und hatte einen ganz ähnlichen Plan wie wir. Die ganze Nacht über hatten wir immer mal wieder kurzen Kontakt untereinander.

Immer höher, immer schneller

Bis Mitternacht hatte uns der Wind langsam bis ins Fricktal getrieben. Unter uns die Autobahn A3 Basel - Zürich. Der FCB hatte gerade gegen Chelsea 1:2 verloren und nun waren alle auf dem Heimweg. Eine wahnsinns Autolichterschlage. Für uns aber Zeit, nun langsam aufzusteigen und die schnelleren Winde zu suchen. Immer Höher, immer schneller ging es vorwärts und immer begleitet vom wunderschönen, hellen Vollmond. Die Flugsicherung liess uns gewähren. Über Konstanz befanden wir uns dann auf einer Höhe von 3000m und fuhren mit gut 50 km/h in Richtung Allgäu. Eine Gegend, die wir von zahlreichen Fahrten an verschiedenen Veranstaltungen schon sehr gut kennen.

Die Landung

Wir geben es zu. Unser Ballon war beim Start sehr schwer, vielleicht sogar etwas zu schwer geladen. Der Gasverbrauch war deutlich höher als ich dies erwartet hatte und wir haben die ganze Nacht immer ein wenig gerechnet, wie weit wir wohl mit unserem Gas kommen würden. Jede neue Flasche reichte aber etwas länger und zum Schluss hatten wir dann doch eine beruhigende Reserve. Wir konnten die Reise in den anbrechenden Tag einfach geniessen. Die letzte Stunde vor der Landung war dann auch die eindrücklichste Phase der Fahrt.

nach einem sehr ruhigen Abstieg zog der Wind in Bodennähe nochmals deutlich an und unser Ballon düste mit über 20 km/h tief über die Bäume. Erst in den letzten 50 Höhenmetern wurde es wirklich ruhig und so setzten wir nach exakt 9 Stunden und etwas mehr als 240km Fahrt um 05:55 in Altenstadt an der Lech auf. Seit ein paar Minuten war gemäss VFR Handbuch wieder Tag.... es hat geklappt. Die Nacht war um und das Gas noch nicht aufgebraucht. Die letzte Flasche war noch nicht mal angebrochen, es war wieder Tag und wir waren unten.

Die Rückreise

Aufgrund der überraschend schnellen Winde am Boden fuhren wir schneller auf die Beschränkungszone ED-R141 zu als gedacht und landeten darum etwas früher als eigentlich vorgesehen. Der Sonnenaufgang kam kurz nach der Landung, war aber trotzdem sehr schön.

Noch vor dem Sonnenaufgang kam ein weisses Auto zu uns gefahren, dessen Fahrer uns gut bekannt ist. Thomas Köck, ein Ballonfahrer aus dem Ostallgäu, hatte unsere Fahrt verfolgt und ist zu unserem Landeplatz gekommen um uns mit einem Frühstück zu begrüssen. Herzlichen Dank Thomas, dein Besuch hat uns riesig gefreut.

Gegen 07:30 Uhr waren dann auch unsere Verfolger schon beim Ballon und eine weitere Stunde später traten wir zu viert mit unserem ganzen Gepäck wieder den Rückweg an. Nach einem kurzen Kaffeestop bei McCafe, einem kurzen Mittagessen auf der Autobahnraststätte und 320km Strecke waren wir wieder am Ausgangspunkt... zu Hause. Zufrieden, aber saumüde... Gute Nacht jetzt gehen wir schlafen.

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